Tanztherapie in der Psychiatrie/Psychosomatik

„Es besteht kein Zweifel, dass Bewegung zu neuen Körpererfahrungen führen kann, die ihrerseits neue Gemütserfahrungen hervorrufen können und somit der psychiatrischen Untersuchung neues Material liefern.“
Trudi Schoop


Bei psychisch kranken Menschen zeigen sich oft ungewöhnlichere Ausdrucks – und Mitteilungsformen. Ihr Ausdruck ist mittels ihrer Worte unter Umständen unverständlich. Der Ausdruck des Körpers allerdings zeigt dennoch Gefühlsäußerungen, die –manchmal verschlüsselt – sichtbar sind. Denn die Körpersprache lässt sich nicht vollständig kontrollieren. Eine Handlung wie etwa einfaches Gehen kann die momentane Stimmung zum Ausdruck bringen. Und umgekehrt: Durch das unmittelbare Bewegen des eigenen Körpers können Gefühle beeinflusst werden. Folgendes Beispiel soll dies verdeutlichen: Jemand grübelt ununterbrochen. Somit kann auch sein Bewegungsradius sehr begrenzt sein. Schließlich kann es zum Bewegungsstillstand kommen, der sich auf sämtliche Lebensbereiche auswirken kann.

Durch eine Bewegungsmotivation in der Tanztherapie erfährt er erst einmal eine von außen angestossene körperliche Bewegung. Diese bietet eine andere, neue Erfahrung und initiiert somit neue Impulse zur Veränderung. Mit anderen Worten: Auch wenn die Bewegungsimpulse noch nicht aus einem selbst kommen, sofern sich irgendwie der Körper bewegt oder bewegt wird, bewegt sich auch etwas im Inneren. Schon das alleinige Sehen von Bewegung anderer Menschen kann einen Veränderungsimpuls zur Folge haben.

Die Tanztherapie bietet den geschützten Raum, in dem diese vielleicht minimale Veränderung oder ein Gefühl wahrgenommen und auch geäußert werden kann. Diese Momente wichtiger Erfahrungen sind sehr heilsam, sind sie auch noch so klein. Jeder Patient, und sei er noch so krank, hat Ressourcen und gesunde Anteile in sich. In der Tanztherapie können diese kostbaren Fähigkeiten entdeckt, hervorgehoben und weiterentwickelt werden.

Krankheitsbilder:

      

  • Essstörungen (Anorexie, Bulimie, Adipositas)
  • Bipolare affektive Erkrankungen (Depressionen und manisch-depressive Störungen)
  • Persönlichkeitsstörungen (z.B. Borderline-Persönlichkeitsstörungen, narzisstische,abhängige oder histrionische Persönlichkeitsstörungen)
  • chronifizierte Neurosen (z.B. Angststörungen, Zwangsstörungen)
  • Suchterkrankungen
  • Posttraumatische Belastungsstörungen
  • schizophrene Erkrankungen
  • Demenzerkrankungen

 

Tanz bewegt -Tanz verändert-Tanz ist Leben
Tanz bewegt -Tanz verändert-Tanz ist Leben